Sag was Sache ist

Sag was Sache ist

Das tust du? Bist du dir sicher? Oder erwartest du, dass der andere schon weiß, was und wie du es gerne hättest?

Wenn jeder offen kommuniziert, wieso gibt es dann in Beziehungen so viele Missverständnisse? Und wieso fühlen wir uns dann oftmals unverstanden?

Kennst du dieses komische kleine Gefühlchen, das manchmal um die Ecke lugt, dir zaghaft auf die Schulter tippt, damit du merkst: irgendwas passt (mir) hier gerade nicht. Hier werden meine Grenzen missachtet und ein Bedürfnis ignoriert.

Mist, wieder zu leise … überhört. Nein? Doch nicht. Vielleicht bearbeitet dein Ego das noch ein bisschen nach, indem es interpretiert und kommentiert … und dann verschwindet das Gefühlchen mit den Gedanken dazu in der Versenkung.

Doch das kleine Gefühlchen setzt sich zu den anderen kleinen Gefühlchen, die du ignoriert hast, wo du keine Grenzen gesetzt und für dich eingestanden bist. Prima, meinst du? Hauptsache weg? Von wegen.

Wenn die da so zusammen sitzen, verheißt das nix Gutes. Denn irgendwann sind die Viele und nach dem Motto „gemeinsam sind wir stark“, schwappen sie bei der nächsten Meinungsverschiedenheit (oder vielleicht bei einem ganz nichtigen Anlass) an die Oberfläche deines Bewusstseins und dann wird es lustig. Nicht wirklich und schon gar nicht für dein Gegenüber. Denn dem „kippst“ du buchstäblich all den gesammelten „Mist“ über …. Kennst du? Nein, dann kannst du hier aufhören zu lesen.

Wenn ja, willst du jetzt wissen, was du tun kannst.

Denn du kennst das blöde Gefühl nach so einem Streit nur zu gut. Was hat es gebracht? Außer mieser Laune und schlechten Gefühlen wahrscheinlich wenig bis gar nix (falls das bei dir anders ist, schreibe mir unbedingt in den Kommentaren).

Ich finde sehr einfach und hilfreich ist das Modell der gewaltfreien Kommunikation von Marshall B. Rosenberg. Die Schritte prägen sich gut ein. Dann geht es nur noch an’s Tun. Und das erfordert, neue Gewohnheiten einzuüben und sich quasi selbst auf die Schliche zu kommen. Dabei hilft dir  Achtsamkeit und Meditation.  Wenn du magst, lies hier über Meditation und bei den (R)Auszeiten findest du Kurse, die dich unterstützen, achtsamer zu leben und neue Gewohnheiten einzuüben.

Hier ein Beispiel

Angenommen, jemand kommt mal wieder zu spät zu einer Verabredung, ohne dich über die Verspätung via Handy zu informieren. Du hast jetzt schon wieder einige Zeit gewartet. Da ist da so ein kleines Gefühlchen ….

Möglichkeit A

Deine Verabredung kommt strahlend auf dich zu, begrüßt dich freudig und entschuldigt sich kurz für die Verspätung. Und dir ist das kleine Gefühlchen plötzlich unangenehm. Was bist du doch für ein Spießer, merkt ein Teil von dir an.

Ihr verbringt einen schönen Nachmittag, doch du merkst, dass das Gefühlchen nicht verschwunden ist. Du wendest viel Energie auf, um dich davon zu überzeugen, dass das doch absurd sei, und alles gut …..

Möglichkeit B

Deine Verabredung kommt strahlend auf dich zu, begrüßt dich freudig und entschuldigt sich kurz für die Verspätung. Und du könntest z. B. Folgendes sagen:

    • Wir waren heute für 15 Uhr verabredet. Nun ist es 15.20 Uhr, und ich warte seit 20 Minuten auf dich. (in sachlichem Ton – versteht sich)
    • Ich fühle mich durch dein Zuspätkommen nicht wertgeschätzt und respektiert.
    • Es ist mir wichtig, dass wir uns treffen, und ich genieße unseren Austausch und den Spaß, den wir zusammen haben, immer sehr.
    • Und für die Zukunft wünsche ich mir, dass du zu unseren Verabredungen pünktlich kommst, oder mich bitte über Verspätungen via Handy informierst.

Und? Kannst du dir vorstellen in Zukunft so klar zu kommunizieren und für dich und deine Bedürfnisse und Grenzen einzutreten?

Ich wünsche dir viele klare und offene Gespräche.
Herzensgrüße
Gabi

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